Weiterbildung mit neuen Plattformen und Strategien effektiver machen

 

Making continuing education more effective with new platforms and strategies Rendre la formation continue plus efficace grâce à de nouvelles plates-formes et stratégies

Für Bildung und Weiterbildung ist die Corona-Pandemie disruptiv. Besonders außerhalb des deutschsprachigen Raumes erfuhren Lernplattformen bereits einen enormen Aufschwung. Der Autor ist selbst seit vielen Jahren in der Weiterbildung tätig und beschreibt ein Konzept, welches den Bedürfnissen betrieblicher Weiterbildung Rechnung trägt.

Im Klassenverband lernen Schüler auf Vorrat. Vieles davon wird man nach der Schule nie wieder benötigen und unter Allgemeinbildung verbuchen.

Berufstätige Erwachsene haben wenig Zeit und bilden sich wahrscheinlich punktuell weiter, wenn es erforderlich wird.

Das Angebot der Volkshochschulen (VHS) ist eher dem Vorratslernen und der Allgemeinbildung zuzuordnen. VHS-Angebote, sind davon abhängig was die Kursleiter der Region anbieten können. Erste Versuche mit Online-Kursen per Videokonferenz werden seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie auch von VHS gemacht. Wer die Weiterbildungslandschaft jenseits der Deutsch-sprechenden Welt beobachtet, empfindet das weder als agil noch als effektiv. An den Kursleitern liegt das nicht, sondern an einer Vielfalt von Plattformen, welche aussehen, als ob die Kreisschulbehörde den für das nächste Jahr geplanten Unterricht bekannt gibt. Datenschutz verhindert, dass man von den Kompetenzen der Kursleiter und Dozenten etwas erfährt, was man vorher noch nicht wusste. Dass Weiterbildungsangebote auch anders gehen, stellt man bei Recherchen im Internet fest.

Marktplatzmodelle für die Weiterbildung

Udemy: Wer kurzfristig und unbürokratisch moderne Weiterbildungsangebote studieren möchte, findet mehr als 170.000 Kurse in einem Bezahl-MOOC bei Udemy. Davon sind allerdings nur 6.500 in Deutsch. Udemy bedient bisher den Bedarf an asynchronen Kursen, d.h. Erklärvideos stehen im Mittelpunkt. Kunden erwerben für Beträge ab 12 Euro einen unbefristeten Zugang zu den Kursen. Per Mail oder Forum kann man Kontakt zu einigen der Udemy Autoren aufnehmen, um Fragen zu klären. Die Udemy-Materialien können sogar in die Lernmanagement-Systeme von Unternehmen eingebunden werden. Dort kann man in eigener Regie synchrone Komponenten in Form von Workshops und Coaching per Videokonferenz ergänzen.

Sprachplattformen: Es gibt mehrere Plattformen auf denen man Sprachunterricht bei Muttersprachlern für die unterschiedlichsten Anforderungen in jeder verbreiteten Sprache buchen kann. Wegen des europäischen Imperialismus seit der Zeit des Columbus werden die wichtigen europäischen Sprachen auf allen Erdteilen gesprochen. Meist sind es jüngere Akademiker, welche 1:1 die Bildungswilligen auf Videokonferenzplattformen unterrichten, mit denen jeder zurechtkommt, der sich im Homeoffice an Zoom gewöhnt hat. Zu Honoraren weit unter unseren Mindestlöhnen können die Lehrer in den weit entfernten Ländern gut davon leben. Auf den Plattformen in Hongkong (italki), Kalifornien (Verbling) oder der Ukraine (Preply) kann man deren Bewerbungsseiten samt der zugehörigen Vorstellungsvideos sehen.

Ein Schnupperkurs mit diesen Sprachlehrern ist in wenigen Minuten gebucht und mit PayPal bezahlt.

Tests ergaben, dass sowohl die Motivation als auch die Kompetenz der per Videokonferenz unterrichteten Lehrer sehr hoch ist. Jeder dieser akademischen Stundenlöhner möchte Stammkunden gewinnen, welche die nächsten Unterrichtskontingente beim ihm oder ihr buchen.

Weiterbildung für Berufstätige beinhaltet aber mehr als Fremdsprachen und Interkulturelle Kompetenz. Ideal wäre eine Kombination des asynchronen Unterrichts mit der Vielfalt des Udemy-Angebotes mit den Videokonferenzen auf den Sprachplattformen. Fremdsprachen lernen an Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Gesundheit und Fitness, Sprache, Musik, Technologie und besonders der IT. Bei Udemy sind synchrone Komponenten in Form von Videokonferenzen nicht integriert. Man könnte aber beim Autor des Kurses anfragen, ob das möglich ist. Der Geschäftsführer der bluepages gmbh ist kein Udemy Autor, aber er ist Autor vieler YouTube-Erklärvideos und erhält zunehmend Anfragen, ob er per Teams, TeamViewer, ZOOM usw. Workshops und Coaching machen könnte.

Hybrides-Konzept für neue offene Weiterbildungsplattform

Dieser Bedarf zeigt, dass eine offene Weiterbildungsplattform auf der Basis von Suchmaschinen und künstlicher Intelligenz gute Chancen hätte, die Weiterbildung zu bereichern.

Anbieter: Autoren, Coaches, Dozenten und Kursleiter fassen ihre Veröffentlichungen zusammen, auf deren Basis sie bereit sind, gegen Honorar direkte Unterstützung per Videokonferenz zu liefern.

Kunden: Weiterbildungswillige geben Stichworte auf der Plattform ein und begutachten die Trefferliste bezüglich der „Must-haves“ und der „Nice-to-haves“.

Einiges gilt es zu beachten: Auf privaten Endgeräten kann man sich bei beliebigen Plattformen anmelden. Für betriebliche Weiterbildung scheiden Anbieter außerhalb der EU in der Regel aus, weil nicht nur der Datenschutz eine Rolle spielt, sondern auch Befürchtungen in Sachen Wirtschaftsspionage nicht von der Hand zu weisen sind. Jede Plattform, die nicht von der hauseigenen Administration freigegeben und verwaltet wird, ist eine potenzielle Gefahr.

Wer als Trainer oder Coach Aufträge erhalten möchte, muss die Kundenwünsche akzeptieren. Eine in der EU angesiedelte Plattform muss sinnvolle Kundenwünsche berücksichtigen und ein offener Marktplatz sein. Der Aufbau der Formulare muss so übersichtlich sein wie bei Online-Reiseagenturen zur Buchung von Reiseunterkünften inklusive Flügen und Mietwagen. In entsprechend aufgemachten Suchformularen müssen die Weiterbildungswilligen ihre Vorgaben machen, z.B. zum Thema der Weiterbildung, Kompetenzstufe, Videokonferenzsoftware und vorhandener Plattform.

Auf dem Marktplatz kommen via intelligenter Suchmaschine kompetente Anbieter und Weiterbildungswillige zusammen. Ob man zusammenpasst, stellt man per Videokonferenz fest. Im Erfolgsfall legt man Umfang und Dauer fest. Idealerweise entsteht daraus eine längere Zusammenarbeit. Denkt man, dass es bessere Optionen gibt, geht man zum nächsten Experten.

Von großem Nutzen könnten auch ehemalige Führungskräfte, Experten und Unternehmer aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung oder freien Berufen sein, wenn sie ihre Expertise per Videokonferenz einbringen können.

Der Autor ist selbst im Alter der Wirtschaftssenioren. Mit dem oben eingebetteten YouTube-Video will er den Dialog mit möglichen Gesprächspartnern vorbereiten.