AKM: Agiles Kurs-Management

AKM ist die von Konrad Rennert praktizierte Vorgehensweise bei der kontinuierlichen Verbesserung neu entwickelter Kursangebote. Der Grundgedanke basiert auf dem agilen Projektmanagement.

Bei neuen Kursen gibt es zunächst keine erprobte Vorlage für den Ablauf. Einzig das Thema und die Dauer werden durch die Beauftragung festgesetzt, z.B.: Medienkompetenz per Videokonferenz, 8 Doppelstunden (16 UE) innerhalb von vier Wochen. Interessierte Teilnehmer können nach Kursabschluss ein Mentoring oder Coaching mit dem bisherigen Kursleiter vereinbaren, wenn es ein Budget gibt.

Völlig neuartige Angebote sind spannend und anstrengend für Teilnehmer und Kursleiter. Es gibt noch keine Vergleichsmöglichkeit mit bekannten Vorlagen. Der Kursleiter muss seine Unterrichtswirksamkeit validieren und Anpassungen vornehmen, um den Wünschen der Teilnehmer gerecht zu werden.

Frontalunterricht mit weitgehend passiven Teilnehmern bedeutet automatisch weniger Nachhaltigkeit bzw. Unterrichtswirksamkeit als der Einsatz der Methode des Inverted Classrooms.

Das didaktische Konzept des umgedrehten Unterrichts bedeutet, dass Vorträge und Vorlesungen weitestgehend per Erklärvideo und ergänzender Materialien verabreicht werden. Solche Materialien können dann bedarfsgerecht in asynchronen Prozessen auf der Lernplattform abgerufen werden.

Der Inverted Classroom fordert das Studium von Erklärvideos und bereitgestellten Materialien statt frontaler Vorlesungen und Vorträge. Dem drohenden Absentismus muss in geeigneter Weise begegnet werden: Unvorbereitete Teilnehmer gefährden die gesetzten Ziele. Mangelnde Selbstdisziplin muss bekämpft werden. Unvorbereitete Teilnehmer werden von der aktiven Teilnahme ausgeschlossen, indem ihnen bei der Videokonferenz die Mikrofone abgeschaltet werden. Kurze automatisierte Multiple Choice Tests und Lückentexte mit 10 Fragen in 5 Minuten überprüfen die Bearbeitung der Hausaufgaben. Wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, fragt Dinge, die auf Basis der Erklärvideos leicht zu begreifen sind. Er behindert andere Teilnehmer am Fortkommen.

Wenn der Kursleiter merkt, dass immer alle Teilnehmer ihre Hausaufgaben machen, wird er nur noch stichprobenartig zu den Kurztests greifen.

Mündige Teilnehmer wirken bei der Ausgestaltung mit und helfen nach Möglichkeit anderen Teilnehmern. Wer anderen etwas erklären kann, wird sich schnell in der Rolle eines Mentors für digitale Bildung begeben können.

Das charakteristische Merkmal ist die Fokussierung auf die „Digitalen Medienkompetenz“ bei maximaler Akzeptanz der eingeschlagenen bedarfsgerechten Wege zum Erreichen des Ziels.

Das Adjektiv „agil“ bedeutet, dass der Ablauf des Kurses sehr dynamisch und flexibel den gewonnenen Erkenntnissen entsprechend angepasst werden kann. Der Kursleiter nimmt sich zurück, sobald sich die Teilnehmer als ein Team verstehen und eigenverantwortlich arbeiten wollen, um sich vom überkommenen Frontalunterricht früherer Jahrhunderte abzugrenzen.

Die Bedürfnisse der Kursteilnehmer stehen im Mittelpunkt. Teilnehmer begreifen die vorgeschlagenen Themen als Angebot, um sie mit dem Kursleiter bedarfsgerecht auf ihre Belange abzustimmen. So ist die Reaktion auf Änderungswünsche im Rahmen der verbleibenden Kursdauer möglich. Verwendete Werkzeuge, d.h. Hardware und Apps sind von untergeordneter Bedeutung. Sie müssen nur funktionieren und von den Teilnehmern genutzt werden können.

Apps deren Nutzen verstanden wurde, müssen sich durch Learning by Doing erschließen lassen. Auf eine umfassende deutschsprachige Dokumentation soll verzichtet werden. Browserbasierende Englisch-sprachige Apps lassen sich besser begreifen, wenn sie vom geeigneten Browser automatisch übersetzt werden können.

Am Ende jedes Kurses wird dokumentiert, was bei Wiederholung des Kurses verbessert werden kann.